Die IV. Generation

Tücher en gros und en detail

 

Heinrich (1851 - 1913) ∞ Cäzilia, geb. Geiginger (1862 - 1931)

>> Kinder: Leopold Heinrich


Heinrich IV sieht sich – nachdem alle weichenden Erben ausbezahlt sind – erst mit 37 Jahren in der Lage, seine Frau Cäzilia zu heiraten. Nach dem großen Stadtbrand 1868 wird das Stammhaus Stück für Stück saniert und weiter ausgebaut. Der Ausbau des 3. Stockes und der Bau des so genannten Commis-Stöckl, ein eigenes Wohnhaus für Angestellte (dient heute in aufgestockter Form als Büro- und Lagerraum), fallen in die schaffensreiche Epoche von Heinrich IV. Zusätzlich wird das auch heute noch benutzte Wohnzimmer ausgebaut und mit dem Aufbau der Familienbibliothek begonnen.

Wirtschaftlich wird der erfolgreiche Ammerer Weg konsequent weitergeführt, wobei vor allem der Ausbau des Tuchhandels en gros und en detail mit zahllosen Krämern Früchte trägt. Geliefert wird hauptsächlich auf Kreditbasis, wobei meist durch Hypotheken auf Liegenschaften der Vertragspartner das Ausfallsrisiko minimiert wird. Gerade diese Möglichkeiten der Finanzierung stärkt die Marktposition des Unternehmens Ammerer zusätzlich.

Der im Finanzierungsbereich äußerst  talentierte Heinrich Ammerer trägt, angeregt durch seine Ausbildung an der Gewerbeschule in Freising, maßgeblich zur Organisation der Sparkasse Ried bei. Für seine umfangreichen Verdienste wird er zum Ehrenbürger der Stadt Ried erhoben. Aufgrund seines ausgezeichneten Finanzwissens und der sehr guten Beziehungen zur Centralbank der deutschen Sparkassen in Prag, bekleidet Heinrich Ammerer zusätzlich dort die Funktion des Censors. Außerdem erhält er im Rahmen seiner Funktion als handelsrechtlicher Laienrichter beim Kreisgericht Ried den hochgeschätzten Titel „Kaiserlicher Rat“.

Dem Aufbruchsgeist der Zeit folgend kauft Heinrich viele Aktien junger böhmischer und österreichischer Unternehmen, aber auch Schuldverschreibungen staatlicher Verwaltungen. Nach der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 bricht die Konjunktur dramatisch ein und die Papiere werden größtenteils wertlos. –Im Familienarchiv lagern noch beträchtliche Bestände von Aktien und Schuldscheinen.

1913 laden Heinrich und Cäcilia anlässlich ihrer silbernen Hochzeit die gesamte Verwandtschaft in das Stammhaus Ried ein. In der Folge erlitt er einen Herzinfarkt, woran er verstarb. Am Vorabend des 1. Weltkrieges wird das Unternehmen somit  als Witwenbetrieb weitergeführt. Cäcilia Ammerer gelingt das Kunststück, den Familienbetrieb erfolgreich durch die Wirren des Weltkrieges zu führen. Im Jahr 1919 übergibt sie es an ihren Sohn Leopold Heinrich, nachdem dieser aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist.

 

 

 

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